
Keine Absicht ist an ihm offenbar, er wirkt, als sei er aus allen möglichen Teilen aller Jahrhunderte zusammengesetzt: Nationalitäten, Religionen, Sprachen, Ethiken. In ihm verbinden sich verfeindete Völker und gegenteilige Moralvorstellungen, und nach seinem Tod herrscht große Unklarheit, ob er Gegner oder Freund gewesen ist, ob man ihn verachten oder ehren müsse.
Vor Urzeiten wurde ihm gesagt, aus ihm würde nie etwas werden. Erst jetzt kennt er sich so gut, dass er ihnen glaubt.
Bäume, die erst wachsen, wenn ausreichend an ihnen gezweifelt wurde.
Todespfeifen anstatt -röcheln: seine Abschiedsmelodie.
Sein Körper findet immer wieder neue Wege, ihn zu hintergehen, auf so perfide Art, dass er es irgendwann nicht einmal bemerkt und ihn vergisst.
Die Suche nach sich selbst wie einen Irrgarten anlegen, sodass man sich ständig verfehlt.
Die kleiner werdende Schrift, bis auch das zu Beschreibende nicht mehr sichtbar ist.
Überfall findet er Sprünge: an Gläsern, im Waschbecken, am Fußboden, an Wänden. Auch im Spiegel sieht er welche, und er fragt sich, ob er selbst ein verhinderter Sprung ist.
Seine Bewegungen werden schlangenähnlicher, bis er sich nur noch kriechend und zischend fortbewegen kann.
Schreiben als bloße Selbstenthauptung.
Wie viele neue Gewohnheiten kann einer annehmen, bis er nicht mehr er selbst ist?
Fremde Zornesausbrüche, die ihn formen.
Jedes Mal vergisst er die Zusammenhänge und muss sie sich neu erschließen wie ein Puzzle, nur dass ihm immer ein anderes Teil fehlt.